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Stadt- und Kulturgeschichte von Großwardein/Oradea/Nagyvarad

Zeitraum:
Kategorie: Akademie Mitteleuropa
Veranstaltungsort: Der Heiligenhof - Alte Euerdorfer Str. 1 - D-97688 Bad Kissingen

Großwardein ist der Zentralort des Kreischgebietes im Nordwesten Rumäniens. Die Stadt wurde erstmals 1113 urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert entstand die Ladislaus-Festung, benannt nach einem heiliggesprochenen ungarischen König. 1474 wurde Großwardein von den Osmanen belagert und erobert. Nach dem Zerfall Ungarns nach der Schlacht bei Mohács (1526) gegen die Osmanen wurde Großwardein mit Umgebung, dem Partium, unter Johann Zápolya mit osmanischer Duldung dem Fürstentum Siebenbürgen zugeschlagen. 1598 widerstand die Stadt einer türkischen Belagerung im Rahmen einer Strafexpedition gegen den walachischen Woiwoden Michael dem Tapferen. 1660 wurden Stadt und Region von den Osmanen eingenommen. Großwardein war kurzzeitig Hauptstadt eines osmanischen Verwaltungsbezirks, bis die Stadt 1692 von den Habsburgern erobert wurde. Die erhaltene barocke Stadtarchitektur zeugt vom wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Stadt. Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von1867 wurde Großwardein Hauptstadt des Komitats Bihar. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erlebte die Stadt einen weiteren Aufschwung, den sie nicht zuletzt ihren wirtschaftlich und kulturell sehr aktiven jüdischen Einwohnern verdankte. Im Vertrag von Trianon (1920) wurde das Kreischgebiet dem Königreich Rumänien zugeschlagen. Durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch kam das Gebiet von 1940 bis 1944 wieder kurzzeitig zu Ungarn und wurde nach dem Wechsel Rumäniens im Zweiten Weltkrieg auf die Seite der Alliierten im Herbst 1944 von Rumänien besetzt und erneut dem rumänischen Territorium einverleibt. Mit ungarischer Unterstützung war zuvor der größte Teil der jüdischen Bevölkerung im Mai und Juni 1944 von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet worden. In der Zeit der kommunistischen Herrschaft verdoppelte die Stadt ihre Bevölkerung; im Zuge der forcierten Industrialisierung und Urbanisierung durch staatliche Wohnungsbauprogramme entstanden auch in Großwardein uniforme Plattenbausiedlungen in den Vorstadtvierteln. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt prosperiert gegenwärtig. Die immer noch multikonfessionelle und multikulturelle Stadt hat ein bedeutendes architektonisches Erbe, ein reges kulturelles Leben sowie gute Bildungseinrichtungen. Im Seminar soll der Stadtgeschichte sowie dem sozialen und kulturellen Leben der Stadt nachgespürt werden.

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